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amiga Kolumne #1: mein Leben als Selbstständige

Heute ist es soweit! Die erste amiga Kolumne ist online und ich gehe auf das Thema Selbstständigkeit ein. Ein Beitrag über Geldsorgen, Drama und Motivationslosigkeit und die Hassliebe zur Selbstständigkeit.

Schon vor längerer Zeit habe ich angekündigt, dass es eine Art Kolumne auf amigaprincess geben wird. Und zwar mit Themen, die meine Follower und Leser vorschlagen. Scheinbar am interessantesten ist das Thema Selbstständigkeit. Daher möchte ich in der ersten amiga-Kolumne über mein Leben als Selbstständige berichten. Wie es dazu kam, wie ein klassischer Arbeitstag aussieht und was ich im Zuge dieser schon gelernt habe – die Antworten zu diesen Fragen und noch viel mehr, erfährst Du in diesem Text.

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Mein Weg zur Selbstständigkeit

Long story short: Im Frühjahr 2014 wurde Barcelona zu meiner Wahlheimat. Freunde und Familie waren natürlich alle extrem neugierig und wollten wissen, wie es mir ergeht, was ich so mache, ob ich Leute kennengelernt habe, etc. – die üblichen Fragen. So beschloss ich kurzerhand einen Blog zu gründen und meine Erlebnisse und Erfahrungen zu “Papier” zu bringen. Fotografiert habe ich immer schon gerne und ich hatte große Freude daran mich mehr mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Ich schrieb weil ich Spaß daran hatte.

Über mehrere Monate befüllte ich also mein kleines Online-Tagebuch fast täglich mit neuen Beiträgen oder oftmals auch nur Fotos. Zurück in Wien, fehlte mir das Schreiben und das tolle Gefühl, welches mir der Blog gab – er war zu meinem Hobby geworden. Ich startete daher mit meiner besten Freundin amigaprincess und merkte wie der Blog mich erfüllte.

Damals hatte ich übrigens noch keine Ahnung, dass man mit bloggen Geld verdienen kann geschweige denn, dass Blogger einmal ein Beruf sein würde, mein Beruf. Ich schrieb weil ich Spaß daran hatte. Instagram war Mitte 2014 noch kein großes Ding, einen Account hatte ich aber schon ein paar Jahre.

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Nach und nach wurde die Leserzahl auf amigaprincess immer größer und es entfachten ein Ehrgeiz und eine Motivation in mir, die ich zuvor von mir nicht kannte. Ich kämpfte mich durch zahlreiche Online-Kurse zu Themen wie SEO, CSS und Co. Zu dieser Zeit arbeitete ich noch im Online-Marketing-Bereich und konnte dort auch einiges an Wissen aufsaugen.

Eines Tages kam der Punkt, wo ich mit dem Blog doch relativ regelmäßig gutes Geld verdiente und ich beschloss meinen Job an den Nagel zu hängen. Als sehr sicherheitsliebender Mensch war diese Entscheidung alles andere als einfach. Aber ich wagte den Sprung ins kalte Wasser bzw. in die Selbstständigkeit. Ich wollte das beruflich machen, was mir so so viel Freude bereitet.

Tschüss rosarote Brille, Hallo reale Welt!

Schnell wurde mir klar, dass ich doch etwas blauäugig an die Sache herangegangen war. Buchhaltung, Steuern, Akquise – das zählte ab sofort zu meinen Aufgaben. Nicht gerade rosig, aber eben das wahre Leben. Obwohl ich mir zuvor alles hunderte Male durchgerechnet hatte, war es plötzlich anders. Theoretisch wusste ich, dass es kein Problem sein wird, sollten die kommenden Monate keine neuen Aufträge reinkommen. Ich hatte mich abgesichert. Praktisch sah das ganz anders aus. Es machte mich wahnsinnig!

Ich musste also nicht nur lernen mich selbst besser zu organisieren, sondern auch mehr Vertrauen in mich und in die Branche zu fassen. Es klingt vielleicht echt blöd, aber das war und ist teilweise noch immer der größte Struggle an meiner/der Selbstständigkeit. Diese ganzen Unsicherheiten können nämlich ganz schön an die Substanz gehen. Aber nichts, das nicht zu schaffen wäre!

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Ich hatte aus lauter Zweifeln täglich und auch am Wochenende bis spät abends gearbeitet. An gewissen Tagen ist das auch heute noch so. Doch ich versuche Schritt für Schritt einen besseren Weg für mich oder auch geregelte Arbeitszeiten zu finden. Denn auch wenn ich mein Beruf mein Hobby ist, ist es immer noch mein Business. Und genau so betrachte ich den Blog, als mein kleines feines Unternehmen.

Aus “heute mal ein Beitrag und dann nächste Woche wieder, falls ich Lust dazu habe” wurde ein strikter Contentplan, der auch eingehalten werden sollte. Ich schreibe ganz bewusst nicht “muss”, denn das ist manchmal schlicht nicht möglich.

Außenstehende können die Arbeit hinter einem Blog nur schwer nachvollziehen. Es steckt tatsächlich mehr dahinter als ein paar Fotos zu machen und diese zu posten oder mal ein Abendessen zu fotografieren und das Rezept zu veröffentlichen. Hinter einem Blog steckt viel Planung und harte Arbeit, sofern er professionell betrieben wird.

Auch der Irrglaube sich seine Zeit frei einteilen zu können ist nur halb gerechtfertigt. In manchen Wochen würde ich bezüglich meiner Arbeitszeit nur tagsüber oder nachts zur Auswahl haben. In anderen Wochen kann ich mir auch wochentags frei nehmen. Diese Flexibilität ist Fluch und Segen zugleich. Man wird verleitet viel mehr zu arbeiten, als man eigentlich sollte. Auf der anderen Seite kann ich spontan auf Urlaub fahren oder mir ein verlängertes Wochenende gönnen. Da mein Freund ebenfalls selbstständig ist, passt das für uns beide sehr gut und wir genießen diesen Luxus wirklich sehr. Das ist mit Abstand das Beste an der Selbstständigkeit.

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Dass Freizeit zum Großteil nicht mehr die Freizeit ist, die man einmal hatte ist ein weiteres Problem. Das liegt meiner Meinung aber nicht nur an der Selbstständigkeit an sich, sondern auch am Berufsbild Blogger. Jede Minute auf Instagram oder Pinterest ist im Grunde Arbeitszeit. Für viele schwer verständlich und schon gar nicht nachvollziehbar, denn fast jeder Mensch verbringt Zeit auf Social Media. Ja, das ist richtig, aber es ist anders. Dahinter stecken Konzepte, Zeitpläne, etc. Think about it!

Ein klassischer Tag bei amigaprincess

Ich liebe Events und Meetings, aber ein klassischer Bürotag ohne große Aufregung ist mir persönlich am liebsten. Veranstaltungen reißen mich immer aus meinem Workflow und lassen keinen produktiven Tag zu – bei mir zumindest.

Nach dem Aufstehen wird selbstverständlich zuerst eine Runde mit Knut gekuschelt. Der kleine Mann versprüht egal zu welcher Uhrzeit gute Laune und hilft mir optimistisch in den Tag zu starten. Bis vor kurzem wurden dann auch gleich meine Social Media Kanäle gecheckt. Mittlerweile habe ich mir selbst ein Handyverbot erlegt, bis die wichtigsten Punkte auf meiner To-Do-Liste abgehakt sind. Du glaubst gar nicht wieviel produktiver man ist.

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Gegen 10 Uhr schnappe ich dann mein Smartphone und checke Instagram, poste ein Foto und kommentiere und like Fotos meiner abonnierten Kanäle. Maximal aber für eine halbe Stunde, dann geht´s zurück an den Laptop.

Der Großteil meiner Arbeit findet nämlich (für viele sehr überraschend) am Schreibtisch statt. Ich verfasse und beantworte Mails, entwickle Konzepte, plane Shootings oder schreibe Rechnungen (mein liebster Part). Aber auch Recherchearbeit, Contentproduktion und Social Media Planung stehen auf der Agenda. Ich liebe diese Arbeit!

Wenn nachmittags das Energielevel sinkt, versuche ich mich auf andere Dinge, wie etwa das Erstellen neuer Pins für Pinterest, Fotobearbeitung oder auch Shootings für Instagram, zu konzentrieren. Jeder Tag ist anders und das ist das Tolle an meinem Beruf. Gegen 19 Uhr wird der Schreibtisch verlassen, gekocht und der Abend mit meinen Liebsten genossen.

Du siehst also, dass das was Du in meinen Instagram Stories oder generell in den Stories von Bloggern siehst nur ein kleiner Bruchteil des Ganzen ist. Ein Scheinwelt, die vorspielt, dass Blogger hauptsächlich sich selbst filmen oder mal ein Foto posten. 😉

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Learnings aus meiner Selbstständigkeit

Die Selbstständigkeit hat mir sehr viel gelehrt. Anfängliche Schwierigkeiten, wie das morgendliche Aufstehen und sich fertig machen, habe ich beseitigt. Und das war mit Abstand eine der schwersten Veränderungen. Fixe Bürozeiten waren da die richtige Lösung und eben das Betrachten als richtigen Job. Dort würde ich auch nicht in Jogginghose und mit unfrisierten Haaren hingehen.

Außerdem musste ich lernen mich selbst zu motivieren. Nicht jeder Tag ist ein “Schreibtag” und die Worte gehen leicht von den Fingern. Genauso wie nicht jeder Tag zum Shooten geeignet ist. Das wollte ich am Anfang nicht wahrhaben und bin oft Stunden oder Tage an ein und demselben Beitrag gesessen – ohne Erfolg. Dadurch geht auch die Motivation verloren. An diesem Punkt ist es dann von Vorteil, sich selbst zu motivieren zu können und klare Ziele vor Augen zu haben. Oder eben mal die strenge Chefin spielen und eine knallharte Deadline setzen, die an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.

Be your own cheerleader!

Ich bin durch mein Leben als Selbstständige auf jeden Fall strukturierter und tougher geworden. Klar bin ich hie und da noch unsicher und möchte mich am liebsten vor all der Verantwortung vergraben oder einfach mal abhauen. Aber im Großen und Ganzen habe ich mich als Person sehr stark verändert. Und das macht mich unglaublich stolz. Ich bin stolz mein Hobby als Beruf ausüben zu dürfen – mit allen Höhen und Tiefen.

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