Millennial Burnout - befindet sich tatsächlich eine ganze Generation im Erschöpfungszustand oder ist alles nur Einbildung, Faulheit oder gar eine Trenderscheinung? Das Millennial Burnout wird immer mehr zum Thema und die Suchanfragen im Internet steigen, Was sind Millennials?, Work-Life-Balance - ein Modewort, Das Gefühl immer arbeiten zu müssen,Emotionale Dissonanz - Hauptfaktor für Burnout, www.amigaprincess.com

Millennial Burnout – eine Generation im Erschöpfungszustand?*

Befindet sich tatsächlich eine ganze Generation im Erschöpfungszustand oder ist alles nur Einbildung, Faulheit oder gar eine Trenderscheinung? Das Millennial Burnout wird immer mehr zum Thema und die Suchanfragen im Internet steigen. Ich bin dem Phänomen der Generation Y – meiner Generation – nachgegangen. 

Es ist Mittwoch und ich bin müde. Ich sitze an meinem Schreibtisch und erledige einen Punkt nach dem anderen von meiner To-Do Liste. Die letzten Monate waren relativ stressig und haben mir viel abverlangt. Selbst im Urlaub habe ich meine Mails gecheckt und gelegentlich auch gearbeitet. An den Wochenenden sieht das nicht anders aus. Aber ich liebe meine Arbeit. Ich bin nicht unglücklich, nur ein wenig müde…

Sind wir eine Generation im Erschöpfungszustand?

Ich bin kein großer Freund von Generationenporträts oder Schubladen-Denken. Aber was ist wirklich dran am Millennial Burnout? Der ständige Drang zu arbeiten, welcher in einem stetig ausgebrannten Status endet. Man funktioniert. Aber alltägliche Aufgaben werden zu großen Hürden. Steuern, Arztbesuche, selbst der Gang zur Post und andere Dinge, die zum Erwachsensein gehören, gehen nicht so leicht von der Hand. Es ist nicht wirklich erklärbar, warum es nicht zu schaffen ist, aber es ist einfach unmöglich, auch wenn es in ein paar Minuten erledigt ist.

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Ich höre ähnliche Szenarien von vielen Kollegen/innen und Freunden und auch mir selbst kommt das nur allzu bekannt vor. Diese Müdigkeit oder auch Ausgebranntheit beruht auf das Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit in dieser Generation Y – meiner Generation.

Millennial Burnout

Klares Indiz für das Millennial Burnout ist beispielsweise die umgangssprachliche “Aufschieberitis”, Dinge nicht gleich zu erledigen sondern diese aufzuschieben – auf unbekannte Zeit. Mit Leuten nur online kommunizieren zu wollen und nicht im echten Leben oder Telefonate um jeden Preis zu vermeiden, gehören genau so dazu. Außerdem wird gerne eine Ablenkung gesucht wie etwa Netflix, YouTube oder das Putzen der Wohnung, um sich nicht mit den eigenen Problemen und Stress beschäftigen zu müssen. Ebenfalls ein Anzeichen für das Millennial Burnout ist ein ständige Schuldgefühl, wenn man nicht arbeitet oder sich ausnahmsweise von der Arbeit freinimmt. Alle Punkte sind Symptome eines Generationsproblems – jenes der Millennials.

Was sind Millennials?

Als Millennials – auch Generation Y gennant – werden Menschen bezeichnet, die zwischen 1984 und 1999 geboren wurden – heute also 18 bis 34 Jahre alt sind. Das umspannt ein großes Raster und umfasst viele Menschen.

Der Begriff “Millennials” beschreibt allerdings eher ein Milieu als eine gesamte Generation. Es ist ausschlaggebend in welchem Umfeld wir leben und mit welchen Ansprüchen wir aufgewachsen sind. Ein Handwerker am Land lebt beispielsweise ein anderes Leben als eine Selbstständige junge Frau im urbanen Umfeld. Nun rate mal wer hier eher vom besagten Millennial Burnout betroffen sein wird?

Millennials gelten zwar als ehrgeizig, perfektionistisch und beruflich erfolgreich, scheitern aber reihenweise an den einfachsten täglichen Aufgaben. Diese Generation wird daher oft kritisiert nicht anpacken zu können und lieber zu jammern. Ja, die Ansprüche sind im Laufe der Jahre gestiegen und wir haben höhere Ansprüche als unsere Eltern in diesem Alter hatten, aber Zeiten ändern sich. Mit 25, als ich noch studierte und mir mit einem geringfügigen Job mein Taschengeld aufbesserte, haben meine Eltern schon längst gearbeitet und Geld verdient.

Millennials haben laut Statistiken eine geringere finanzielle Sicherheit und weniger Gewissheit, Karriere als Angestellte zu machen. Daraus resultiert eine eher pessimistische Sicht in die Zukunft. Aber auch die hohe Zahl der Selbstständigen in dieser Generation.

Es ist an der Zeit aufzuhören krampfhaft nach Anerkennung und Zustimmung von außen zu suchen.

Work-Life-Balance – ein Modewort

Das Konzept von einem Leben im Gleichgewicht ist Unsinn. Es wird immer einen Bereich geben, der mehr Aufmerksamkeit braucht als der andere. Der Wunsch nach Ausgeglichenheit ist verständlich. Eine Mischung aus Extremen und dem Mittelweg ist die optimale Lösung dafür. Fokussiertes Arbeiten und bewusstes Erleben im Privatleben sind Antwort auf das Modewort “Work-Life-Balance”.

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Das Bild dieser Waage, auf der sich zwei getrennte Bereiche ausbalancieren, sieht eine Trennung dieser vor. Die Wahrheit ist aber, dass viele Millennials ständig im Arbeitsmodus sind. Wenn sie es ausnahmsweise nicht sind, fühlen sie sich so, als sollten sie es sein – das schlechte Gewissen klopft an. Wie gehen Millennials aber mit dieser Situation um? Die Antwort lautet Selbstoptimierung – die nun leider zu noch mehr Druck führen kann bzw. führt.

100% sind nicht genug, so denken wir zumindest. Immer mehr, immer höher, immer weiter. Wer erfolgreich sein will, muss sich den Weg hart erarbeiten. Und wer sich beruflich so auspowert, hat eben keine Kraft mehr für die alltäglichen Aufgaben. Bananle Dinge werden aufgeschoben und landen schließlich auf der Prioritätenliste ganz weit unten.

Termine beschränken sich nicht mehr auf die berufliche Ebene, auch im Privatleben muss alles gescheduled sein. Yoga für die Entspannung, ein Treffen mit Freunden in 3 Wochen, selbst Zeit für den Partner wird im Kalender eingetragen und markiert. Das ist doch eigentlich verrückt?

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Das Gefühl immer arbeiten zu müssen

Schon als Kind haben wir gelernt, dass nur Fleiß zum Erfolg führt und wer hart arbeitet auch erfolgreich sein kann und bereits im Kindergartenalter mussten wir performen. Das sitzt tief in uns drin. Die Generation Y geht aber noch einen Schritt weiter. Das Gefühl immer arbeiten zu müssen ist omnipräsent – egal ob im Urlaub, beim Kinoabend mit Freunden und in allen anderen erdenklichen Situationen. Millennials sind es gewohnt, sich selbst zu optimieren und tun sich deshalb schwerer, Fehler zu machen oder Dinge ohne schlechtes Gewissen einfach mal sein zu lassen. Digital Natives gönnen sich keine Pause mehr. Sie sind pausenlos am Handy und somit immer erreichbar und verfügbar. Es gibt eben keine Grenze mehr zwischen Arbeit und Freizeit. Bislang haben wir noch nicht gelernt damit umzugehen.

Es ist ein Dauerzustand. Es ist wie eine konstant laufende Hintergrundmusik. Es ist wie es ist. Es ist unser Leben.

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Emotionale Dissonanz – Hauptfaktor für Burnout

Emotionaler Dissonanz bedeutet, dass das gezeigte Gefühl nicht zu den eigentlichen Gefühlen passt. Mehr oder weniger die gute Miene zum bösen Spiel. Dieser Zustand ist in Zeiten von Social Media präsenter denn je. Während man die emotionale Dissonanz hauptsächlich von Serviceberufen kennt, ist sie jetzt auch stark im Milieu der Millennials vertreten.

Auf Instagram und Co. werden nur die schönen Seiten des Lebens beleuchtet, die gesunde Acai Bowl zum Frühstück anstatt der Portion Pasta abends, das aufgeräumte Wohnzimmer anstatt der im Chaos versinkenden Küche, das perfekt geschminkte Selfie anstatt des Pickels und der vergrößerten Poren. Die beste Version unserer selbst soll gezeigt werden. Dafür wird auch teilweise in eine Rolle geschlüpft – es folgt die emotionale Dissonanz. Nur keine Schwäche zeigen. Ich schaffe das schon. Es ist an der Zeit aufzuhören krampfhaft nach Anerkennung und Zustimmung von außen zu suchen. Und damit anzufangen die Anerkennung für sich in sich selbst zu finden.

 

Dieser Beitrag enthält eine Produktplatzierung in Zusammenarbeit mit Deichmann Österreich.

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